Ich lebe!

01Okt2011

Ja, tatsächlich!

 

Jana Junker lebt immernoch, und dass auch nach schon über 3 Wochen in Japan. Ich gebe zu, ich war sehr sehr faul, was das Schreiben hier betrifft. Aber es ist wirklich sehr viel passiert und ich war einfach überfordert dies hier alles aufzuschreiben, weil ich dachte, dass ich damit nie zu Rande komme!
Deswegen gebe ich euch nun einen kleinen Überblick, was die letzten Wochen so alles passiert ist, wie ich hier lebe und wie es mir geht.

Nach der Horror-Anreise von der ich schon im letzten Blogeintrag geschrieben habe, kamen wir dann endlich abends um neun Uhr in Ôsaka an, mit lächerlichen 12 Stunden Verspätung, war ja auch gar nicht schlimm…da lach ich! Das Problem war, dass wir von der Universität in Kyôto aus einen Abhol-Service hatten, dieser aber nur von 8Uhr morgens bis 15Uhr nachmittags zur Verfügung stand, was ja auch nach unserer ursprünglichen Planung kein Problem war. Gott sei Dank sind japanische Bürger sehr zuvorkommend und lassen nichts unversucht jemandem bei seinen Problemen zu helfen. So wurden wir um kurz vor Mitternacht am 09. September noch von einer Mitarbeiterin des International Office’s am Hauptbahnhof Kyôto abgeholt, die uns dann mit einem freundlichen „Japanisch ist OK, oder?“ ein Ohr abkaute, von dem ich aber leider, völligst übermüdet, nichts verstand. Wir wurden in ein Taxi gesteckt, um am Wohnheim wieder von einer netten Dame, die auch nur Japanisch sprach, eingewiesen zu werden.
Nachdem wir dann bei gefühlten 40°C die gefühlt 100kg schweren Koffer in den 4. Und 5. Stock durch ein extrem schmal geschnittenes Treppenhaus buchsieren mussten, weil der Aufzug nicht funktioniert, kamen wir endlich in unsere Zimmer. Dort die nächsten Schocks, abgesehen von meinem mittlerweile sowieso schon schlechten Gemüt und dem fremden Zimmer, welches damals und auch heute noch stinkt, musste ich feststellen, dass alle Umstecker, die ich mir in Deutschland besorgt habe nicht in die Steckdosen passten, denn die ausgefuchsten Japaner haben tatsächlich zwei verschiedene Steckdosen Typen und meiner war eben schlichtweg falsch. „Nicht schlimm“, dachte ich, „wer braucht schon Strom?“. Also packte ich Muttis feschen Wecker aus, der mich am nächsten Tag bereits um 8 Uhr wecken musste, weil wir einen Orientierung rund ums Wohnheim hatten, was im Endeffekt mega für den Bobbes war…Naja, ich wollte schnell den Wecker umstellen, das Ding rattert auf einmal los, die Zeiger drehen sich wie wild und bleiben auf der 12 stehen. Auch ein zweiter Versuch führte zum selben Ergebnis. Nach einem kleinen Nervenzusammenbruch fiel ich dann sehr zerknautscht um 3 Uhr morgens ins Bettchen und betete, dass mein iPod noch genug Saft hatte mich am nächsten Morgen zu wecken.

Diese Orientierung trug nicht wirklich zum besseren Verständnis bei, genau wie es auch leider bei den universitätsinternen Orientierungsveranstaltungen war, welche die Woche darauf starteten. Bis dahin aber war noch viel zu erledigen, so mangelte es vor allem an Haushaltsgegenständen und Nahrung. Also begaben wir uns auf Futtersuche und erstanden nebenbei einen wundervollen Föhn und einen Wasserkocher und ebenfalls, aber leider erst nach mehreren Versuchen, einen richtigen Umstecker! Tags darauf wollten wir uns in Richtung Dôshisha Universität aufmachen um die Räume und Gebäude für die Orientierung die am nächsten Tag begann auszukunden und auch um ein billiges Fahrrad zu erstehen, was auch bei diesen Entfernungen wirklich von Nöten war. Bei ca. 30°C und einem Übermaß an Luftfeuchtigkeit fanden wir nun auch nach ungefähr 2 ½ Stunden Fußmarsch die Uni und durften dabei sogar durch den Park des Kaiserpalasts laufen. Eine weitere Stunde später fanden wir auch das Fahrradgeschäft in dem es vermeintlich billige gebrauchte Fahrräder gab und welches auch eigentlich nah an der Uni liegen sollte (später stellte sich heraus, dass wir in die falsche Richtung gelaufen sind). Dort hatten wir Glück und jeder von uns kaufte sich ein Fahrrad für rund 70€, meines ist sogar orange! Mit dem neuen erquickenden Gefühl von Fahrtwind am Kopp war das Einkaufen auch viel leichter.

Am nächsten Tag fuhren wir dann mit dem Fahrrad zur Uni und nahmen den direkten Weg durch die Stadt, später wurden wir eines besseren belehrt und benutzten von da an den Fahrradweg am Kamo-Fluß, es ist zwar ein Umweg geht im Endeffekt aber schneller, da wir dort keine nervigen Ampeln und Fußgänger haben, außerdem ist dieser Weg viel schöner!

Der Fahrradweg am Kamogawa.

Bald darauf fing auch schon die Orientierung für Austauschstudenten an der Uni an, was aber eher einer Desorientierung war. Denn alles war auf Japanisch und wurde auch nur sehr sparsam und dazu noch sehr schlecht ins Englische übersetzt. Da es sich aber teilweise auch um wichtige organisatorische Dinge handelte, waren alle sehr aufgebracht und keiner wusste, was er machen sollte. Nach einer Zeit aus Hochs und Tiefs und verzweifelten Versuchen uns auf Japanisch zu verständigen, schafften wir es nun doch unsere Kurse zu wählen, einen Handyvertrag abzuschließen, ein Bankkonto zu eröffnen, eine Krankenversicherung zu beantragen und die Ausländerregistrierungskarte zu bestellen. Hussa, eine ereignisreiche Zeit. Wobei das Handy dabei noch eines der schwierigsten Sachen war, denn es musste ja unbedingt ein iPhone sein ;) dass Mama auch immer anrufen kann!

Vorletzten Donnerstag kam uns dann eine Kommilitonin aus Frankfurt besuchen, die zur Zeit in Nagano ein Aupair-Jahr absolviert, Leo. Weil Dominique an dem Donnerstag Geburtstag hatte sind wir Abends essen gegangen, es gab Okonomiyaki ( お好み焼き) heißt so viel wie, brate was du dir willst. Ist eine Art Omelette, in das man machen kann was man will, Gemüse, Fisch, Fleisch und auch Nudeln oder sowas. Dort gibt es dann extra Tische, die wie eine riesen Racletteplatte fungiert, auf der dann alles gebraten wird, absolut lecker! Haben danach in einer Bar ein japanisches Paar, eine Kanadierin und einen Australier kennen gelernt mit denen wir dann Karaoke singen gegangen sind, alles in allem war es ein sehr erfolgreicher Abend!

  Karaoke und Okonomiyaki 

Mit Leo haben wir dann am letzten Wochenende den Kinkakuji hier in Kyôto besucht. Ein Tempel der mit Plattgold beklebt ist, heißt deswegen auch der Goldene Pavillion. Sind danach noch Shoppen gegangen in der Einkaufsstraße hier und die ist riesig! Haben allein vier Stunden gebraucht um durch die Hälfte einfach nur durchzubummeln ohne groß zu shoppen!
Sonntags wurde dann nicht mehr viel gemacht, weil diesen Montag ja die Uni angefangen hat!

  Der Kinkakuji.

In der Uni habe ich jeden Tag Sprachunterricht. In der Orientierungsphase wurde ein Einstufungstest gemacht (Multiple Choice, wie ich es hasse!) und demnach wurden wir dann in unsere Kurse eingeteilt. Ich kam in Level 3, welcher aber irgendwie der Hardcore-Level ist, denn wir wiederholen in 3 Wochen die ganze Grundlagengrammatik und machen danach den ganzen Stoff durch, den man im Level 4 eigentlich macht…also eigentlich Level 4 (fortgeschrittener Anfänger) nur mit mehr Stoff, super! Der Unterricht ist an sich auch nur in Japanisch und es wird sehr schnell durch die ganze Grammatik gegangen, die man ja eigentlich schon mal in der Uni in Deutschland hatte, welche aber leider damals noch nicht hängen geblieben ist. Viel Stoff plus jeden Tag Hausaufgaben für den nächsten Tag und hohe Konzentration um das ganze Unterrichtsjapanisch zu verstehen macht? Eine sehr müde Jana ab 12 Uhr mittags. J
Habe jetzt, da die erste Woche vorbei ist, die übrigens sehr schnell umging, alle meine weiteren Kurse, die ich dazugewählt hatte wieder abgewählt, weil es sonst zu viel und zu anstrengend wird. Ich will ja meinen Spaß und meine Motivation an Japanisch behalten!

Jetzt ist nun endlich Samstag morgen und ich konnte heute mal ausschlafen, zum Frühstück gab es leckere Pancakes und dann steht heute noch Sightseeing und Shopping auf dem Plan. Werde wohl jetzt, da ich aktualisiert habe öfters als alle 3 Wochen einen neune Beitrag posten, aber ob ich auf das Pensum der anderen komme (jeden Tag ein neuer Beitrag) ist noch dahingestellt! J Aber heute Abend folgen bestimmt viele Bilder.

Jana Cool

 

Die unendliche Geschichte...

08Sept2011

Da ich nun schnieke 8 Stunden in Seoul, Suedkorea festsitze werde ich hier nun meinen ersten Beitrag verfassen, der wirklich aus dem Ausland kommt, denn es gibt schon von heute viel zu erzaehlen.

Gestern bei einer familieninternen Abschiedsfeier hab ich mich ausversehen auf ein Bild draufgesetzt (hoppla), aber Mama meinte noch "Scherben bringen Glueck." :D Da lach ich Mama!

Angefangen hat der Tag mit lecker Fruehstueck und einer Warnmeldung ueber 14km Stau auf der A3. Also Umweg gefahren, aber A5 auch zu und in Koenigstein Hoellenberufsverkehr. Da habe ich das erste mal meine sichere Ankunft am Flughafen Osaka schwinden sehen. Aber durch ein Wink des Schicksals ( und des Radios) sind wir dann doch noch auf die 3 gefahren und siehe da, fliessender Verkehr! \

Am Flughafen dann der grosse Abschied, war sehr traurig, aber wat willste da machen? Kannste nix machen! Also ab ans Gate und dann ging's los: Flug nach Amstersam 2 Stunden Verspaetung, uns war klar wir muessen in Amsterdam uebernachten, weil wir den Anschlussflug nicht mehr kriegen. In Amsterdam treffen wir auf eine weitere Kommilitoning, die lustigerweise ebenfalls Verspaetung hatte und somit nicht den Anschlussflug bekam.

Nun das Malheur mit dem Umbuchen. An sich wurden wir alle umgebucht, nur leider wir drei aus Frankfurt als eine Gruppe und sie aus Berlin (Betti) als einzelne Person. Betti hat dann Freudenstrahlend erzaehlt, dass wir in einem Hotel uebernachten und am naechsten Tag fliegen. Alles super. Nur, dass wir drei auf Frankfurt nicht auf diesen FLug umgebucht wurden. Sondern 2 Std. spaeter nach Seoul und dann nach 9 Std. Aufenthalt nach Osaka (Ankunft 20:50 Ortszeit). Und da der Gute Mann in Amsterdam uns diesen Gratis Aufenthalt im Hotel nicht spendieren wollte, da wir ja einen Flug hatten, musste Betti mit nach Seoul. So nach immerhin nur 10 Stundenflug sind wir endlich in Suedkorea gelandet und die sind hier genauso verrueckt wie die Chinesen. Jetzt noch der ewige Aufenthalt und nochmal ein Flug von fast 2 Std und wir sind da! Aber noch nicht ganz. Denn wir wissen nicht, ob wir um diese Uhrzeit noch eine Bahn nach Kyoto bekommen, geschweige denn, ob uns jemand schlussendlich um kurz nach Mitternacht dort abholt, oder wir in unsere Zimmer koennen...

Das kann also noch spannend werden mit meinem Hinflug :) Ich halte euch auf dem Laufenden!

 

Jana

 

...to be continued.  

Die Spannung steigt...

30Aug2011

So ihr Hasen,

mit diesem ersten Eintrag möchte ich mein Auslandsblog eröffnen! In genau 8 Tagen mache ich mich auf in den fernen Osten, um mein Auslandssemester zu starten. Ich werde mein Bestes geben mich zu motivieren mindestens einmal die Woche dieses "Tagebuch" weiter zu führen. :) Natürlich auch mit massig Fotos.

Macht euch gefasst auf ein halbes Jahr mit Spannung, Spiel und Action!

 

Jana <3